Steverprojekt

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Projektdaten
Titel: Methodisches Vorgehen und Ergebnisse der Erstellung von Maßnahmenprogrammen am Beispiel des Stevereinzugsgebiets
Abkürzung: Steverprojekt
Durchführende Institutionen ARGE Wasser (ProAqua GmbH, Planungsbüro Koenzen)
Projektleitung BezReg Münster
Status abgeschlossen
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Steverprojekt Zusammenfassung
Methodik Teil A Methodik
Methodik Teil B Beispiele
Methodik Teil C Anhänge
Anwendung Verfahren
Anwendung Übersicht der Anhänge
Anwendung Anhang 1 Restriktionen
Anwendung Anhang 2 Schutzgebiete
Anwendung Anhang 3 Belastungs-/Maßnahmenmatrix
Anwendung Anhang 4 Karte Maßnahmen1
Anwendung Anhang 5 Karte Landnutzung
Anwendung Anhang 6 Zielvorgabenabgleich Oberflächenwasser
Anwendung Anhang 7 Zielvorgabenabgleich Grundwasser
Anwendung Anhang 8 Kosten
Anwendung Ergebnisdarstellung

Anlass

Am Beispiel des Einzugsgebietes der Stever wurde im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens von 2005 bis 2007 der Frage nachgegangen, wie und in welcher Form die Bewirtschaftungsplanung der WRRL operationalisiert werden kann. Die Erarbeitung einer transparenten und handhabbaren Methode zur Herleitung kosteneffizientester Maßnahmen im Rahmen der Bewirtschaftungsplanung der WRRL war dabei übergeordnetes Ziel des Pilotvorhabens. Insbesondere wurde auf die Vorgehensweise zur Herleitung der Bewirtschaftungsziele, die Ausweisung und Behandlung von erheblich veränderten (HMWB) und künstlichen (AWB) Gewässern sowie die Maßnahmenfindung und -umsetzung unter besonderer Berücksichtigung der planerischen Rahmenbedingungen und Restriktionen eingegangen. Die Erarbeitung erfolgte in zwei Phasen: Phase I umfasst die Erarbeitung einer Handlungsanleitung zur Ermittlung der kosteneffizientesten Maßnahmen. Folgende Ergebnisse liegen vor:

  • Dokumentation der erarbeiteten Vorgehensweise (Teil A)
  • Beispielhafte Anwendung an 8 ausgesuchten Wasserkörpern (Teil B) im Einzugsgebiet der Stever
  • Benenung der im Rahmen des Vorhabens genutzten Orientierungswerte und Zielgrößen als auch einzelner spezifischer und detaillierter beschriebene Verfahrensschritte zur Ermittlung der Maßnahmen.

In Phase II folgte auf dieser Grundlage modellhaft die defizitspezifische Maßnahmenermittlung für das gesamte Einzugsgebiet der Stever. Diese Maßnahmenermittlung stellt jedoch keinen Vorgriff auf die eigentliche Bewirtschaftungsplanung dar, da es auch in dieser Phase um die beispielhafte Anwendung der erarbeiteten Methoden ging und keinerlei Bewirtschaftungsentscheidungen getroffen wurden.

Ergebnisse

  1. Methodisch wurde folgende Vorgehensweise gewählt:
    1. Beschreibung der Zielvorgaben für den guten Zustand
    2. Beschreibung des Ist-Zustands, der Belastungen und Defizite
    3. Beschreibung der Rahmenbedingungen und Restriktionen
  2. Fachliche Festlegung der vorläufigen Bewirtschaftungsziele
  3. Beschreibung des Baseline-Szenarios
  4. Herleitung der erforderlichen Maßnahmen
  5. Die entwickelte Methodik folgt traditionellen Planungsansätzen und führt über die Analyse und Bewertung des Ist-Zustandes sowie die Definition der Ziele zur Herleitung der erforderlichen Maßnahmen im Sinne der WRRL.
  6. Diese in Phase I des Vorhabens erarbeitete Methodik hat sich in der beispielhaften Anwendung im Stever-Einzugsgebiet (Phase II) bewährt und transparente und nachvollziehbare Ergebnisse erbracht.
  7. Die entwickelte Methodik folgt traditionellen Planungsansätzen und führt über die Analyse und Bewertung des Ist-Zustandes sowie die Definition der Ziele zur Herleitung der erforderlichen Maßnahmen im Sinne der WRRL. Diese in Phase 1 des Vorhabens erarbeitete Methodik hat sich in der beispielhaften Anwendung im Stever-Einzugsgebiet (Phase 2) bewährt und transparente und nachvollziehbare Ergebnisse erbracht.
  8. Die Ergebnisse der Methodenanwendung und Maßnahmenauswahl erweisen sich als charakteristisch für das nordrhein-westfälische Tiefland, so dass neben der methodischen Übertragbarkeit auch Teile der Ergebnisse, z.B. durch die Beschreibung von Fallgruppen, weitere Verwendung finden können.
  9. Die Analysen der Belastungssituation im Stever-Einzugsgebiet zeigen hinsichtlich der biologischen Qualitätskomponenten - und hier insbesondere der Fische - Handlungsbedarf auf, welcher im wesentlichen durch Defizite im Bereich der Gewässerstrukturen und der Durchgängigkeit bedingt sind.
  10. Die letztlich für die biologische Qualitätskomponente „Fische“ als erforderlich identifizierten Maßnahmen sind somit auf die Verbesserung der Habitatqualität durch gewässerstrukturelle Maßnahmen und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit ausgerichtet.
  11. Aus stofflicher Sicht sind im Stevereinzugsgebiet Stickstoff- und Phosphorbelastungen hervorzuheben, die aufgrund ihrer Quellen kombinierte Maßnahmen im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung und der Siedlungswasserwirtschaft bedingen würden.
  12. Im Bereich Phosphor liefern beide Belastungsquellen ähnliche Anteile, wobei im Siedlungswasserbereich bei den Kläranlagen für eine weitere Senkung der P-Emissionen die technisch-wirtschaftliche Machbarkeit erreicht werden kann.
  13. Stickstoff, dessen Quellen zu großen Teilen die landwirtschaftlichen Entwässerungssysteme sind, hat dagegen einen untergeordneten Anteil aus dem siedlungswasserwirtschaflichen Bereich.
  14. Hier wären Maßnahmen entweder direkt im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzung oder der ergänzenden hydromorphologischen Maßnahmen denkbar.
  15. Für eine abschließende Beurteilung der Kosteneffizienz für die Belastungen durch Nährstoffe ist im weiteren Planungsablauf der WRRL die Verfügbarkeit von Kostenabschätzung und detaillierten Maßnahmenbeschreibungen im Bereich der landwirtschaftlichen Maßnahmen notwendig. Diese lagen für die modellhafte Bearbeitung im Stevereinzugsgebiet nicht vor, so dass hier für die kommende Maßnahmenplanung Ergänzungs- und Optimierungsbedarf besteht.
  16. Ein weiteres Maßnahmenfeld ist die Minderung der hydraulischen Belastung durch Regenwassereinleitungen, die die Besiedelbarkeit, insbesondere der kleineren Gewässer, beeinträchtigen. Für diese konnten erhebliche Synergieeffekte mit den gewässerstruktur- und damit habitatverbessernden Maßnahmen (Verbesserung des Wiederbesiedlungspotenzials) identifiziert werden.
  17. Diese Synergieeffekte erlauben erhebliche Kostenreduzierungen bei gleicher Zielerreichung.
  18. Würden im Bereich der als HMWB angenommenen Wasserkörper weitergehende Entwicklungsmaßnahmen der Gewässer – durch Flächenverfügbarkeit - möglich, ließen sich noch weitergehende Synergien erreichen. D.h., weitergehende gewässerstrukturelle Maßnahmen an aktuell als HMWB ausgewiesenen Wasserkörpern könnten zu weiteren Kostenreduzierungen führen.
  19. Ähnliche Synergieeffekte sind auch bei der Reduzierung stofflicher Belastungen – insbesondere der Nährstoffe – durch die Entwicklung von Sekundärauen zu prognostizieren. Im Gegensatz zu den Synergien „Gewässerstruktur – Niederschlagswasserrückhaltung“ fehlen jedoch für diesen Bereich weitergehende fachliche Grundlagen für die Einschätzung bzw. Quantifizierung dieser vermuteten Synergien. Hieraus lässt sich ein Bedarf an Grundlagenermittlung in dem Bereich „Gewässerstruktur –Sekundärauen – Stoffrückhalt und –umwandlung“ ableiten. Ergebnisse derartiger Betrachtungen könnten u. U. ähnlich positive Effekte auf der Kostenseite hervorrufen, wie dies durch die Erhöhung des Wiederbesiedlungspotenzials bei der Betrachtung von Niederschlagswassereinleitungen der Fall ist.

Das Projekt ist inzwischen abgeschlossen und die Projektergebnisse stehen zum Download zur Verfügung.

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